Time for Change

Sicherlich hat jeder von Ihnen eigene Bilder zur ein oder anderen Veränderung in seinem Leben. Begonnen bei unseren Beziehungen: Er/ sie muss sich ändern. Es muss sich was ändern. Über die Veränderung mit mir selbst, im Beruf, in Organisationen, wie der Change am besten funktionieren kann. Wann am besten damit anfangen, wie am besten damit umgehen, wie am besten durchhalten, und und und….? 

Hört sich alles ziemlich anstrengend an. Ist es auch, wenn wir es von dieser müßigen Warte betrachten. So wissen wir aus der neueren Gehirnforschung, unser Unbewusstes mag alleine schon das Wort „Veränderung“ überhaupt nicht. Ja warum auch!? Wenn es doch gerade so bequem, so schön, so gewohnt, so gut, so sicher und was sonst noch alles war. Die Forschung zeigt, dass eine Entwicklung (dieses Wort findet unser Gehirn viel toller!) nur stattfinden kann, wenn wir uns für etwas begeistern, wenn wir also im Change einen Sinn sehen uns weiterzuentwickeln.

Witzigerweise nennen wir in Unternehmen die gleiche Thematik im Bereich von Produkten tatsächlich anders. Hier heißt es „Produktentwicklung“ und nicht „Produktveränderung“. Wäre ja auch marketingtechnisch sehr unschön. Oder haben Sie schon mal gehört: „Lass uns mal einen Produktchange machen…“ Nein,  man ist höchst interessiert daran, einen Entwicklungsprozess lebendig am laufen zu halten. Und dann erreicht uns folgende Message: „Jetzt die nächste Entwicklungsstufe des Wondergigarasierers – frisch aus den Forschungslaboren nun mit 37 Klingen und Babyhaut-Garantie!“ Niemand hat hier das Gefühl, dass er vorher Schrott gekauft hat, sondern freut sich, dass er dabei ist, wenn es jetzt noch eine Stufe weitergeht. Gleichzeitig hat keiner von den Entwicklern das Gefühl, dass das Produkt vorher schlecht war, sondern sie freuen sich, dass neue Möglichkeiten und Erkenntnisse sie zu neuen Entwicklungen führen. Veränderung ist also Entwicklung.

Aber wie findet so ein Change wirklich statt? Wie ist er überhaupt möglich?

1. Die Möglichkeiten für Veränderung müssen gegeben sein.
Auch darüber ist jeder von uns wahrscheinlich schon gestolpert. Oft sehen wir von außen besonders gut, wann ein Mensch oder eine Organisation sich verändern müsste. Aber der oder die ist noch überhaupt gar nicht soweit. Aus welchen Gründen auch immer. Die Zeit ist noch nicht reif. Es wird noch nichts passieren.

2. Die Voraussetzungen für Veränderung müssen im Kleinen stehen, bevor sie weitergehen können.
Zum Beispiel: Ich kann nicht an anderen Menschen etwas verändern wollen, bevor ich etwas an mir verändere. Erst im Einzelnen lösen, dann ins Größere übergehen, bzw. dadurch bereits etwas an der Situation verändern.

3. Dort wo Veränderung eintritt wird sie bemerkt.
Kennen Sie das? Irgendwie zwickt es, irgendwas ist unwohl, irgendwas passt nicht mehr und Sie fangen an es bewusst zu denken oder auszudrücken. Das ist der Moment, wo der Prozess sich anfängt zu bewegen und zwar von dem Punkt von dem Sie erst mal weg wollen, also was Sie nicht mehr wollen.

4. Das Wissen über Alternativen und Lösungswege ist vorhanden.
Heißt, wir wissen jetzt nicht mehr nur was wir nicht wollen, sondern bereits wohin wir uns bewegen wollen und welche Ideen, Möglichkeiten es dazu geben kann oder wen wir dazu bitten können.

5. Herausforderungen identifizieren, ausräumen, umgehen oder in etwas Neues umwandeln.
Klar, dass so eine Veränderung auf dem Weg auch Hürden mit sich bringt. Diese zu kennen ist absolut wichtig und von Vorteil. Das ist nicht negatives Denken, sondern purer Realismus, der die Chancen auf Nachhaltigkeit deutlich steigen lässt.

6. Fehlstarts, Unsicherheiten, Anpassungs- und Lernphasen einkalkulieren und gleichzeitig die neue Stufe festigen.
Da gilt der alte Spruch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Lernen, irren, üben, korrigieren, dranbleiben und dabei Stück für Stück die veränderte Form festigen. Das gehört dazu.

Das sind also die Faktoren, die einen Change überhaupt erst möglich machen. Wichtig dabei ist, dass der Prozess auch stetig gefördert und unterstützt wird. Bekommt er zu irgendeinem Zeitpunkt keine Nahrung mehr, findet nichts statt. Das wäre dann die Diät, die statt einer nachhaltigen Ernährungsumstellung rückwärts die Pfunde wieder drauf bringt.

So gibt es in unserem Leben und in Organisationen, wenn der Zeitpunkt kommt, bestimmt auch Veränderungen, die wir nicht gerade willkommen heißen. Aber beruhigender ist es proaktiv zu sagen: „Ok. Jetzt ist es Zeit, die Veränderung ruft. Wo soll es hingehen, was gibt es für Möglichkeiten?“ Vergleichbar mit einem Surfer, der die Wellen nimmt und mit ihnen geht, statt dagegen.

Eine schöne Veränderung beschreibt der legendäre Song der Scorpions – „Wind of Change“:

Take me to the magic of the moment
On a glory night
Where the children of tomorrow dream away
In the wind of change.

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