Die Kraft der positiven Kommunikation

Schon mal aufgefallen, wie wir uns fühlen, wenn in Gesprächen oder Meetings die „Nein“-,“Nicht“ und „alles Sch…“-Sager den größten Gesprächsanteil haben? Es macht einfach nur gar keinen Spaß. Was bewegt sich daraus? Nichts. Höchstens das alte Urzeit-Muster von Still halten bis das Meeting vorbei ist, eine Kampfdiskussion eingehen oder gedanklich schon auf der Flucht sein. Das gleiche Muster kennen wir aus Beziehungen. Schon mal erlebt in einem Streit, wenn’s so richtig negativ wird? Einer geht, der andere schreit oder jemand verstummt.

In der Urzeit oder in Gefahrensituationen hat dieses Negative Denk-Muster definitiv seine Berechtigung. Wer will schon von einem Säbelzahntiger gefressen werden?

Wenn wir uns allerdings wohlfühlen oder Lösungen entwickeln wollen, dann ist diese Form der Kommunikation sinnfrei. Denn die Wissenschaft (Barbara Frederickson – Broaden and Build-Theorie, Buch: Die Macht der guten Gefühle) hat uns bewiesen, dass die Balance zwischen positiven und negativen Emotionen einen maßgeblichen Einfluss darauf hat, welche Lösungsräume wir erkennen und welche Energien wir freisetzen können.

Positive Kommunikation bewirkt positive Gefühle

Überwiegt der positive Anteil, so bewirkt das positive Emotionen. Diese produzieren in unserem Gehirn ein schönen Mix aus Dopamin und Serotonin. Wir empfinden Freude, Erstaunen, Hoffnung, Offenheit, Liebe. Diese Gefühle wiederum erlauben es den Beteiligten mit einer viel größeren Aufmerksamkeit am Geschehen teilzunehmen und gleichzeitig vielmehr vom Große Ganzen zu überblicken. Daraus entwickelt sich Kreativität und Potenzial wird freigesetzt. Wiederholte Erfolge können dann Ressourcen und Reserven bilden, auf die man in Stresszeiten und Powerphasen wieder zurückgreifen kann.

Wohingegen die negative Kommunikation den Fokus enger macht. Negative Reize lösen unweigerlich auch körperliche (verkrampfte) Reaktionen aus. Diese führen dazu, dass keine weitreichenden, freien Gedanken mehr möglich sind und wir uns völlig erschöpft fühlen.

Die Faustregel lautet 3:1 für positiv

Die Faustregel, die Barbara Frederickson und Wissenschaftskollegen in ihren Forschungen herausfanden, lautet 3:1 für positive Kommunikation. Wer also drei Mal mehr positive Emotionen empfindet als negative, der hat gute Chancen sich allgemein besser zu fühlen und bessere Lösungen zu entwickeln. Für Teams bedeutet das, dass Menschen eben dann aufblühen und produktiver sind, wenn das positive Verhalten und die positive Kommunikation die negative um mindestens drei Mal übersteigt.

Bei Paaren hat man übrigens sogar herausgefunden, dass die Scheidungswahrscheinlichkeit steigt umso mehr negative Kommunikation herrscht. Dann braucht es sogar 5 Mal mehr positiven Aufwand um das Negative (meckern, zurechtweisen, nörgeln etc.) wieder ausbügeln.

Negative Aspekte einfach auszublenden ist nicht Sinn der Übung. Doch können wir uns eine positive Haltung zum Leben erarbeiten. Das liegt in unserer Hand. Macht Spaß, bildet Ressourcen und setzt Kraft frei. Einfach mal darauf achten – viel Spaß dabei! 

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