Verantwortung für Entwicklung

Erst wir selbst

In einem meiner letzten Texte ging es darum, Verantwortung zu übernehmen – vor allem für sich selbst. Dazu gehört, sich auch einmal selbst zu hinterfragen. Gerne neigen wir dazu uns eher in Kritik an uns, anderen Personen oder den herausfordernden Umständen zu üben. Sicherlich begleiten uns immer wieder neue Wachstumshürden im Beruf, mit der Familie, dem Partner und Kindern. Oft kommen wir dann nach einem gewissen „Leidensweg“ erst einmal auf die Idee etwas an unseren Lebensumständen zu ändern: neue Arbeit, Trennung vom Partner oder oder oder. Wenn die alleinige Veränderung des Partners oder der Arbeitsstelle die Lösung bedeuten würde, dann müsste man spätestens jetzt nach Änderung der Umstände mit neuem Job, neuem Partner, etc., glücklich bis ans Lebensende sein. Und…? Nicht…? Warum?

Weil nur wir selbst uns unseres Lebens bewusst werden können. Sich selbst zu hinterfragen bedeutet zu allererst zu akzeptieren und anzuerkennen wer wir in all unseren Facetten sind. Das heißt eben auch, dass wir uns selbst und unseren eigenen Blick auf unsere Wahrheiten immer (wieder) mit in unsere Lebenssituationen bringen – egal wo wir uns befinden (mit den Kindern, im Beruf, mit dem Partner).

Und hier beginnt Entwicklung. Bei uns. Ein wunderschönes Gedicht dazu hat einmal Charlie Chaplin verfasst.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnung für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man „AUTHENTISCH SEIN„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif, noch der Mensch dazu bereit war, auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt man „RESPEKT„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute nenne ich das „REIFE„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich, das nennt man „SELBSTACHTUNG„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man „EHRLICHKEIT„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das ‚gesunden Egoismus“, aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man „EINFACH SEIN„.

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann, als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam der Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT„.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das LEBEN!

Charlie Chaplin

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